Katja Frimberger

University of Glasgow
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[English, Deutsch]

“What is your experience of doing research in more than one language?”

Katja FrimbergerMy experience of doing research in more than one language spans a range of interestingly conflicting emotions. I still remember the pains (and joys of course) of writing my MA dissertation in English and struggling to translate words, ideas and concepts that made perfect sense in my head, onto the page. The odd feeling of not being able to quite hit the right linguistic nuance was always frustrating. At the same time, I was proud that I was able to read certain texts in their original German, even telling myself that I had gained an almost mystical access to these scholarly works, in a way that surely nobody who read the translated versions would be able to rival. I also felt that I was reinventing my own voice as researcher when using English and enjoying the process of finding, shaping and cultivating new sentence structures and expressions that corresponded with my new ways of being and thinking. I still feel that sense of reinvention – as if I am a theatre actor excited and sometimes anxious about the process of becoming another character.

“What is your experience of becoming aware of the complexities in this area?”

My awareness of the complexities in this area relates to my personal experiences of living interculturally and working in a second language, for example, when I planned my PhD research I was very curious to learn about other students’ intercultural experiences but was aware that I couldn’t just find out about it in a straightforward question-and-answer type of way. Because a lot of my own intercultural experiences are bound up in emotions, even sensations and very particular contexts and memories, I realised that my research approach needed to be almost three-dimensional. I decided to use arts-based methods – improvisational drama and creative writing – to avoid a solely interview/text-based approach. I found that creative methods didn’t put participants under the pressure of having to give ‘coherent accounts’ (in a second language) of experiences that can be very complex. The ambiguity of multilingual/intercultural experiences sometimes simply evades neat verbal accounts. This is, however, advantageous for arts-based methods. Creative writing and theatrical improvisation live off such complexity and thereby enrich the texture of research. At the same time, it is scary to realise that uncertainty and unpredictability are an important part of a multilingual research situation. I learned that within this there lies an exciting potential for multi-textured encounters; let’s call it an exciting potential for research in 3D.

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“Was ist deine Erfahrung mit wissenschaftlicher Arbeit in mehr als einer Sprache?”

Meine Erfahrung mit mehrsprachiger wissenschaftlicher Arbeit umfasst eine ganze Reihe zwiespältiger Gefühle. Ich erinnere mich immer noch an den Schmerz (und die Freude natürlich) meine Masterarbeit auf Englisch schreiben zu müssen und den Kampf,  Wörter, Ideen und Konzepte, die einen perfekten Sinn in meinem Kopf ergaben, auf’s Papier zu übersetzen. Das sonderbare Gefühl nicht ganz in der Lage zu sein die richtigen linguistischen Nuancen zu treffen, war immer frustrierend. Gleichzeitig war ich stolz, dass ich bestimmte Texte im Original lesen konnte und redete mir ein, dass ich einen fast mystischen Zugang zu diesen Quellen hatte, den jemand, der bloß  übersetzte Ausgaben liest, niemals erreichen konnte. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich meine Stimme auf Englisch ganz neu erfand und genoss den Prozess neue Satzstrukturen und Ausdrücke zu finden, zu formen und zu kultivieren, die meinen neuen Lebens- und Denkweisen entsprachen. Ich habe immer noch ein Gefühl von Neuerfindung – als sei ich eine Theaterschauspielerin, die ihrer ‘Charakterwerdung’ begeistert und manchmal ängstlich zusieht.

“Wie bist du dir der Komplexitaet in diesem Bereich bewusst geworden?”

Meine Wahrnehmung von Komplexität in diesem Bereich hängt mit meinen persönlichen Erfahrungen zusammen interkulturell zu leben und in einer Zweitsprache zu arbeiten. Als ich zum Beispiel mein Promotionsprojekt plante, war ich sehr neugierig von den interkulturellen Erfahrungen anderer Studenten zu hören. Es war mir aber bewusst, dass ich durch ein gradliniges Frage- und Antwort-Format darüber nichts herausfinden konnte. Da viele meiner eigenen interkulturellen Erfahrungen  mit Emotionen, sogar Sinneswahrnehmungen und sehr spezifischen Kontexten und Erinnerungen verbunden sind, wurde mir klar, dass meine wissenschaftliche Arbeit sozusagen ‘dreidimensional’ sein musste. Ich entschied mich ‘kreative’ Methoden, wie Improvisationstheater und kreatives Schreiben, zu verwenden und ausschließlich interview/text-basierte Methoden zu vermeiden. Ich bemerkte, dass kreative Methoden die Teilnehmer nicht dem Druck aussetzten schlüssige Darstellungen von Erfahrungen (in einer Zweitsprache) geben zu müssen, die sehr komplex sein können. Die Ambiguität von multilingualen/interkulturellen Erfahungen entzieht sich akkuraten verbalen Darstellungen einfach manchmal. Dies ist allerdings vorteilhaft für kreative Methoden. Kreatives Schreiben und Theaterimprovisationen leben von Komplexität und bereichern damit die Textur von Forschung. Gleichzeitig ist es wirklich beängstigend zu bemerken, dass Ungewissheit und Unvorhersehbarkeit ein wichtiger Teil einer multilingualen Situation sind. Ich habe aber auch gelernt, dass darin ein spannendes Potenzial für multi-texturierte ‘Begegnungen’ liegt. Lassen Sie es mich einfach ein spannendes Potenzial für wissenschaftliche Arbeit in  3-D nennen.

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